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02 März 2021

Basis meines ethischen Handelns und meiner Erkenntnisse

Das  sind die Grunderkenntnisse, auf die ich mich in meinem Handeln beziehe: 


Ich mache aus nichts eine Religion, weder aus dem, was ich gelernt habe, noch aus dem, was ich gesehen oder gelesen oder gehört habe.


Ich nehme mir heraus, von anderen zu lernen. Aber Fehler macht jeder.



Die Vier Edlen Wahrheiten: (Buddha)



1. Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.


Es gibt keine Möglichkeit Krankheit, Alter und Tod zu entgehen. Das kommt immer. 

Das ist echtes Leiden. Dem nehme ich mich an. Krankheiten wollte und habe ich behandelt. Alter und Tod kann ich nicht verhindern. Tod kann man hinausziehen - Recht auf Leben. Alter und Alterserkrankungen nicht. Aber die Symptome mildern. 



2. Es gibt immer eine Ursachen des Leidens oder von Geschehnissen, Ursache - Wirkungsbeziehung 


Manchmal gibt es keine erkennbare Ursache, dann wird es eine sein, die man nicht weiß, aber es wird eine Ursache haben, wichtig ist, was man daraus machen kann.



3. Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden


Das gilt nur für geistige Verwirrungen, etc.  


Buddha hielt den Geist für die Ursache jeden Leidens. Alle Krankheiten würden zunächst dem Geist entspringen. Das ist überholt. (Siehe unten TCM, auch Erkenntnisse von vor tausenden von Jahren)


Nach einem Autounfall, erlischt die Folge nicht, auch wenn man die Ursache kennt, der Wagen bleibt defekt. Das Leid und der Schaden bleibt, auch eventuell in der Erinnerung und in der Psyche. So auch nach Operationen. Das betreffende Körperteil ist weg. Man kann damit leben.


Kennt man die Ursache, und lässt sich das Leid oder der Schaden nicht mehr revidieren, kann man es zumindestens an andere mitteilen, damit sie das Leid vermeiden können.


Wenn sich wie beim Beispiel mit dem Autounfall eine solche Situation wieder ereignen sollte, kann man für sich vorsichtiger sein, vorausgesetzt, dass man einen gleichen Unfall vermeiden kann. Vorausschau. Erfahrung. Erkenntnis.


Ursache und Wirkung lassen sich manchmal nicht auseinander halten. Was war früher: Das Huhn ode das Ei. Es muss nicht direkt der Wirkung die Ursache vorausgehen. Es geht auch zeitversetzt. Systematisch vorgehen.


Wenn Menschen die Ursachen nicht sehen und erkennen wollen und trotzdem auf ihrem Leiden und dessen Milderung bestehen, ist irgendwas anderes im Spiel. Macht durch Krankheit. Anspruch auf Befriedigung ihrer Emotionen wie Begierde, Hass und Zorn. Ausflucht auf simulierte Krankheit und Rente etc. Bedürftig zeigen, ohne wahre Not. Anspruchsdenken. Gewohnheiten.


4. Zum Erlöschen des Leidens führt der edle achtfache Pfad.


Den muss jeder für sich selber gehen und ist der geistige Anfang der Selbstheilung funktioneller Probleme. Von Problemen, die veränderbar sind. 


*


Dr. Usui (Reiki-Begründer): 


Manches kann man verändern und manches nicht, dann kann man es eben nicht, dann belässt man es und akzeptiert es. 



*


Der Achtfache Pfad


Im Großen und Ganzen decken sich diese Erkenntnisse mit dem, was in den Menschenrechten und Menschenpflichten niedergelegt ist, was eben “Menschenmöglich” ist. 




A. Weisheit-Gruppe


Vollkommene Weisheit ist Ziel der Erkenntnis, die von Unwissenheit  beseitigt. 


1. Rechte Erkenntnis


Rechte Erkenntnis ist die Einsicht in die Vier edlen Wahrheiten vom Leiden, der Ursache des Leidens,  der Leidensentstehung, der Leidenslöschung und des Weges zur Leidenserlöschung. Eben die Akzeptanz der Vier Edlen Wahrheiten. 


2. Rechte Gesinnung


Rechte Gesinnung ist der Entschluss zur Entsagung, zum Nichtschädigen, zur Enthaltung von Groll, Hass, Begierde, Unwissenheit, Zorn. 



4. Rechtes Denken ist ohne Habgier, hasslos in der Gesinnung und großzügig


Im weiteren Sinne versteht etwa der Zen-Mönch Thich Nhat Hanh Rechtes Denken als Aufforderung, die Gedankenwelt ständig zu prüfen: Handelt es sich um einen heilsamen Gedanken, also einen Gedanken, der mir und den anderen Wohl beschert, oder um einen unheilsamen Gedanken, der mir und anderen Ungemach oder Leiden beschert? 


* Gedanken kommen aber irgendwo her, siehe oben, sie haben wieder eine Ursache, stellt man diese  ab, erlöschen aber auch die Gedanken und damit wieder das Leiden. 


Sich für Gedanken zu Schämen oder zu Verurteilen ist der falsche Weg. Wir haben Gedanken und Gewissensfreiheit -  Menschenrechte. Die Gedanken sind frei, niemand kann sie erraten. 






Unwissenheit ist häufig die Ursache von Gedankenkreisläufen. Oder Verletzung von Menschenrechten. Aufklärung hilft. 


Ich empfehle, seine Rechte zu überprüfen und sich zu wehren. Menschenrechte gab es zur Zeit von Buddha nicht. Und die Menschenpflichten einzuhalten und sich darauf zu berufen, dann hat man eine Basis, sich zu behaupten und zu wehren und ist im Gewissen frei, unabhängig von einem Buddha, auch er hatte seine Probleme, als er das alles schrieb, oder von einem Gott. 



B. Sittlichkeit-Gruppe


Die Sittlichkeits-Gruppe enthält Tugendregeln. Sie benennen Verhaltensweisen, die nach dem Karma-Prinzip heilsam  sind. Untugendhaftes Verhalten ist unheilsam  und verursacht Leiden, für sich und andere. Im weiteren Sinne versteht man unter dieser Gruppe den Verzicht auf böse Taten.


1. Rechte Rede


Rechte Rede meidet Lüge, Verleumdung, Beleidigung und Geschwätz. Wie die Gedanken ist die Rede heilsam oder unheilsam, nützlich oder nützlich, wahr oder falsch. Ein Wort des guten Wandels ist, „wenn es zur rechten Zeit gesprochen wird, wenn es wahr, höflich, zweckmäßig ist und aus liebevoller Gesinnung kommt.“


2. Rechtes Handeln


Rechtes Handeln vermeidet das Töten, Stehlen und sinnliche Ausschweifungen. Im weiteren Sinne bedeutet es ein Leben gemäß den Tugendregeln des Buddhismus. Handeln sollte immer ethisch vertretbar sein. 


3. Rechter Lebenswandel


Rechter (Lebens)wandel bedeutet, auf unrechten Lebenswandel zu verzichten. Namentlich werden fünf Arten von Tätigkeiten genannt, die man nicht ausüben sollte und zu denen man andere auch nicht zwingen oder verleiten sollte: 


Handel mit Waffen, Handel mit Lebewesen, Tierzucht und Handel mit Fleisch, Handel mit Rauschmitteln, Handel mit Giften.


Im weiteren Sinn bedeutet rechter Lebenserwerb, einen Beruf auszuüben, der anderen Lebewesen nicht schadet und der mit dem Edlen achtfachen Pfad vereinbar ist. Zudem wird darunter verstanden, dass, egal was jemand tut, er immer mit dem Gedanken im Hinterkopf arbeiten geht, das Geld nicht nur für sich selbst zu behalten, sondern mit anderen zu teilen.




C. Vertiefungs-Gruppe


Ein gesammelter Geist  ist Ziel der Glieder des Edlen achtfachen Pfades. Sie beschreiben den Übungsweg zur Geistesschulung, insbesondere die Meditation. Außerdem versteht man unter dieser Gruppe im weiteren Sinn das Vollführen guter Taten.


1. Rechtes Streben


Rechtes Streben oder rechte Einstellung bezeichnet den Willen, Affekte wie Begierde, Hass, Zorn, Ablehnung usw. bei Wahrnehmungen und Widerfahrnissen an sich zu beobachten und zu belassen. Keine Tat folgen lassen.


Aber zu der Erkenntis des Weges zu gelangen, die Emotionen zu vermindern.


Opferrolle und Selbstvorwürfe für seine Emotionen muss man nicht haben, wenn man spürt, dass da irgendwas gereizt wird, zieht man sich zurück und entgeht dem Insult. 


Wer aber innerlich nicht rechtes Streben vertritt, kann das auch nicht bei anderen nicht erkennen. 



2. Rechte Achtsamkeit/Rechtes Überdenken


Rechte Achtsamkeit betrifft zunächst den Körper: Bewusstwerdung aller körperlichen Funktionen, dem Atmen, Gehen, Stehen usw.; Bewusstwerdung gegenüber allen Sinnesreizen, Affekten und Denkinhalten. Sie sollen umfassend bewusst gemacht sein, ohne sie kontrollieren zu wollen. 


Die Achtsamkeit auf das „Innere“ prüft die Geistesregungen und benennt sie. Es geht um ein Bewusstwerden des ständigen Flusses der Gefühle und der Bewusstheitszustände. 


Die Achtsamkeit auf „das Äußere“ bewirkt, ganz im Hier-und-Jetzt zu sein, nicht der Vergangenheit nachgrübeln und nicht in der Zukunft zu schwelgen. 


Das heißt auch: Ganz bei einer Sache oder Person zu sein, mit der im Augenblick eine Kommunikation stattfindet, oder bei einem Gespräch, das geführt wird.


  • Das gilt aber nur in dem Maße, in dem die Veränderung der Lebensumstände die Situation aus der Vergangenheit verblassen lässt. Grübelt man der Vergangenheit nach, liegt das auch irgendwo dran. Siehe Vier Edlen Wahrheiten. Gedanken sind frei und lassen sich nicht unterdrücken. 



3. Rechtes Sich-versenken


Rechte Sammlung bezeichnet die Fertigkeit, den unruhigen und schweifenden Geist zu kontrollieren. Häufig auch als ein spitziger Geist oder als höchste Konzentration bezeichnet, ist sie ein zentraler Teil der buddhistischen Spiritualität. Um zur rechten Sammlung zu kommen, haben die buddhistischen Schulen viele Methoden und Techniken entwickelt. Es geht hier im Wesentlichen um eine buddhistische Meditation, die vor allem die Konzentration auf ein einziges Phänomen (häufig den Atem) verwendet, wodurch der Geist von Gedanken befreit wird und zur Ruhe kommt. 


  • Meditation ist ganz schön, aber rumsitzen hilft im allgemeinen nicht weiter.

Man kann in 3 Minuten oft so viele Erkenntnisse gewinnen, das man Wochen dazu braucht, sie umzusetzen. 


*Wenn es nicht mehr weiter geht, überprüfe ich über die Zuflucht, ob ich etwas falsch gemacht habe. 



Zuflucht 



Zuflucht  ist ein zentraler Begriff im Buddhismus. Durch die Zufluchtnahme zu den drei Juwelen = Buddha, Lehre, Sangha erklärt man sich nach außen zum Buddhisten. Zufluchtnahme bedeutet, diese Drei Juwelen zu den wesentlichen Pfeilern der persönlichen Glaubens- und Lebenspraxis werden zu lassen, sich also am Buddha, seiner Lehre und der Gemeinschaft zu orientieren. 


*

  

Die Gemeinschaft ist für mich nicht irgendein Club von Mönchen oder sonstigen Religionsanhängern, sie wollen doch sowieso nur etwas für sich, sondern die gesamte Weltgemeinschaft. In der fühle ich mich wohl.


*Man braucht keine Religion, man kann das als Weltanschauung belassen und sich das für sich selbst zu nutzen machen. 


*Es wird schon einen Grund haben, warum Menschen in Gruppen im Schneidersitz stundenlang meditierend auf dem Boden sitzen. Ich mache das nicht. 


*



Jeder ist für sich selbst verantwortlich, auch Buddhisten, und man kann sich da nicht auf Buddha berufen. 


Er war auch nur ein Mensch und fehlerhaft und  damals wusste man nicht so viel über Zusammenhänge wie heute. 


Zuflucht zu unerleuchteten Wesen (Gott, Göttern) sind aber genauso nicht hilfreich, da sie  einem letztlich nicht dabei behilflich sind, das wiederkehrende Leid, den Lebenskreislauf, zu überwinden..



Die Zufluchtnahme geschieht zu dem Buddha als Lehrer, der Lehre als Richtschnur und der „erwachten“ Sangha als Vorbild, wenn es die gibt. Man sollte sich Menschen suchen, die zu einem passen. 



Voraussetzung


Zuflucht basiert auf der Erkenntnis und Anerkennung der Möglichkeit, dass jedes Lebewesen das Potential und die Möglichkeit besitzt, sich vollständig vom Leid zu befreien und dass es Wesen gibt, die das erreicht haben und einen selbst auf dem Weg dahin unterstützen. 


*Nicht Wissen, sondern Erkenntnis über das Leben meinte man damals. 


Den Weg geht man aber letztlich selbst, es kann einem von niemandem abgenommen werden. Jeder trägt die volle Verantwortung für den eigenen Weg.


*Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner. Wer anderen ein Vorbild sein kann, hilft sich und anderen. 



Vorsätze


Zur Zuflucht gehört es, die Vorsätze oder Gelöbnisse einzuhalten, insbesondere den Vorsatz, keinem Lebewesen zu schaden. Dieser obligatorische Vorsatz ist immer stillschweigend mit der Zufluchtnahme verbunden.



Die fünf Vorsätze  können zusätzlich als Bestandteil der Zuflucht angesehen werden:


1. Nicht töten: Bezieht sich sowohl auf Menschen als auch auf Tiere, beide sind fühlende Wesen.


2. Nicht stehlen: Nichts zu nehmen, was nicht gegeben wurde.


3. Kein sexuelles Fehlverhalten: Ausübung von Sex nur zwischen erwachsenen Partnern, die nicht anderweitig gebunden sind.


4. Nicht lügen: Kann auf alle Formen der Lüge bezogen werden.


5. Keine berauschenden Mittel nehmen: Bezieht sich traditionell auf Alkohol, aber auch jede andere Substanz, die den Geist trübt, sollte vermieden werden.



*



Zu den Krankheiten, einer der Hauptursachen  des Leidens, meiner Ansicht nach, in meinem ehemaligen  Beruf vordergründig. 


Die Ursachen von Krankheiten kannte Buddha nicht, er saß unter einem Baum und beobachtete, er war kein Arzt.


Die Chinesen waren da vorne.


Wesentlich neutraler und an der Praxis orientiert. Und nicht von “EINEM” Lehrer veröffentlicht, sondern aus der Erfahrung vieler. 


Hier ist nicht der Geist die Ursache allen Leidens. wie im Buddhismus.  



3 Ursachen für Krankheit aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

 

*

Man kennt keinen Krebs, aber Strahlung und Vergiftungen als Ursache 

Keine Autoimmunerkrankungen, 

Keine Erbkrankheiten, genetische Erkrankungen, aber Schwache Konstitution 


*


Ursache Nummer 1:


In der TCM gelten die Wetterphänomene als die 6 äußeren krankmachenden Einflüsse, oder die 6 Grundübel:


Hitze

Kälte

Trockenheit

Nässe

Wind

Sommerhitze (Feuer-Hitze)


Über viele Jahrtausende haben die alten Chinesen Phänomene aus der Wetterbeobachtung dafür genutzt, um Auswirkungen auf den Menschen zu beobachten. Deshalb kommen die Begriffe der TCM auch aus dem Bereich der Meteorologie.


 


Ursache Nummer 2:


Es gibt auch innere krankmachende Einflüsse – die 7 Emotionen:


Zorn

Freude

Grübeln

Traurigkeit

Angst

Sorge

Schock


Die 7 Emotionen werden in der TCM den anderen krankmachenden Faktoren sogar gleichgestellt.


Genauso, wie uns die 6 Übel krank machen können, so machen uns übermäßige Emotionen gleichermaßen krank. Nimm dein seelisches Wohl also nie auf die leichte Schulter! Achte auf dich, deine Gedanken, deine Emotionen, deine innere Ausrichtung.


 


Ursache Nummer 3:


Es gibt noch weitere krankmachende Ursachen, die als 3. Ursache zusammengefasst werden können – sonstige krankmachenden Ursachen sind:


Schwache Konstitution

Falsche Ernährung

Parasiten, Bakterien, Viren

Vergiftungen

Überanstrengung

Übermäßige sexuelle Aktivität

Strahlenbelastungen

Negative Einflüsse am Wohnort oder Arbeitsplatz

Behandlungsfehler


Diese Gruppe der krankmachenden Faktoren sind teilweise erst durch moderne gesellschaftliche Entwicklungen und moderne medizinische Untersuchungen bekannt geworden. In der Diagnostik geben sie wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand des Klienten und können zu unterschiedlichen Symptomen beitragen.



***


Guten Appetit 




01 März 2021

Tagebuch - Montag, der 1.3.2021


Aber sage den Termin vorher ab, Fairness und Menschenpflichten


Wer etwas Wichtiges vorhat, sollte nicht lange Reden halten, sondern nach kurzen Worten zur Sache kommen.


Senaca. Indianer

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https://www.n-tv.de/politik/Wir-stecken-fest-im-Teufelskreislauf-article22392716.html?fbclid=IwAR15Lh0LGdbiInNvPvPnFGSK5avzS7CTcRAlGVVK6AljE8ONhdpKaHkoAHU

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Ich schalte jetzt ab. Geklüngel. Teufelskreis?

Mein Menschenrechte greift es mir im Bauch nicht an, wenn 80-jährige oder Pflegeheimbewohner Essen  gehen können.
Zum Friseur muss ich mal, aber das ist schon alles. 
Ich gehe sowieso nicht essen, kann ja die Maske dabei nicht tragen.
Die Aerosole gehen bis 6 Meter. Und die anderen haben auch keine Maske an. Doppelte Dosis.  
Können die Lokale wenigstens was verdienen. An der Minderheit. 
Das nimmt mir nichts weg. 
Was interessiert mich, was andere haben, ich sorge dafür, dass meine Menschenrechte und Grundbedürfnisse gedeckt sind. 
Mehr nicht. 
Fernreisen gehen oft auch nur mit Impfen. 
Will ich nicht und lasse es u.a.
Gleichheit vor dem Gesetz?
Dann machen halt die Gaststätten ihre eigenen Rechte. Hausrecht. 
Gilt für allen nicht öffentlichen Raum. 
War schon im Dezember von Gaststätten so angekündigt. 
Habe es hier veröffentlicht.
Wenn ihnen das reicht, schrieb ich damals. 
**
Was kommt jetzt? Die Urangst, der Neid, die Missgunst? Vielleicht noch der Hass auf die Geimpften? Ausgrenzung? Verfolgung? 
Ich bin glücklicherweise nicht geimpft, also bitte keinen Hass und keinen Neid auf mich. 
Jetzt schlägt die sogenannte Gesellschaft um. Die christl.. Erziehung.
Aber in der Gruppe fühlt man sich dann gemeinsam wohl. 
Siehe die Querdenker, gegen jede Vernunft. 
Nach meinen Erkenntnissen kommt das jetzt. 
Weil ich das aus der Erfahrung so erlebt habe, halte ich mich bedeckt und entfernt. 
Das überträgt sich dann nonverbal, wie die Stampede bei den Rindviechern im Wilden Westen. 
Klopapierwahn auch. 
Aktienkrisen liegen auch in dieser Ebene. Gesellschaftliche Schwingungen. Und mehr. 
Durch Gesichtsausdruck, Räuspern, einem was Husten, Körperhaltung, unterdrückte Kopfsprache mit viel "Wissen", kann man alles nachlesen. Auch durch Statistiken, geht aber nicht anders. 
Ich überlese das, weiß ja nun den Aufbau der Berichterstattung. 
Der Stimmklang, die körperliche Zwischenäußerung. 
Äußerungen zur falschen Zeit. 
Literatur gibt es darüber ohne Ende. Kann man lesen. 
Spare ich mir, der Kopf siegt nie und der Körper lügt nicht. 
Da findest du keine Worte mehr dagegen. Taktik und Strategien kommen daher. 
Ich halte mich die kompakten Regeln meiner Weltanschauung. Die decken sich mit den Menschenrechten und Menschenpflichten. 
Das Äußere ist der Ausdruck des Inneren. 
An ihrem Handeln könnt ihr sie erkennen (Faust)
Das Kokludat des Handelns auch. 
Aber:
Wenn die Emotionen nicht nach außen gehen, gehe sie eben nach innen.  Dann werden sie unterdrückt, im Hirn verdrängt, beschwichtigt, als könnte das gehen. 
Die Rede - 
Dann "schlägt das auf den Magen", "läuft die Laus über die Leber", "verpisst man sich", "macht man vor Angst in die Hose", "hat man das Kreuz nicht mehr dazu".
- kommt daher. 
Dann werden die Menschen halt krank. 
Das ist der Anfang.  
Emotionaler Umschlag eben. Wie genannt im Interview.
Da schlägt aber nichts um, sondern das ist immer in der Hinterhand da. 
Diese Emotionen hat nur der Mensch in seinem limbischen System im Hirn, die sind da schon einprogrammiert von Geburt an. 
Das steuert über den Hypothalamus die Hirnanhangsdrüse und die Hormone und die Hormondrüsen. 
Dann steigt der Adrenalinspiegel und der Sympatikus wird aktivert. 
Flucht und Abwehr und beim Menschen dazu: 
"Angriff ist die beste Verteidigung". 
Und der Ablauf beginnt. 
RAC, kann man fühlen, empfinden, in der Vorphase schon. Googlen. 
Da kannst du nicht dagegen reden. 
In meiner Weltanschauung seit 2500 Jahren so bekannt. 
Nur durch äußere Beobachtung, mehr war nicht möglich. Auch heute nicht. Buddha hat sich hingesetzt und es beobachtet, er hat nie gepredigt, nur seine Meinung nieder geschrieben. 
Oder, wenn nicht nach innen, also unterdrückt:
Dann gehen die Energien in die Tiefe, das geht eine Weile gut und grummelt in einem und dann geht es wieder hoch in den Kopf und es gibt Mord und Totschlag.
Kain und Abel liegen nahe? Folgt das? 
Hintenrum, wenn es offen nicht geht? 
Vielleicht, wenn der Nachbar zum Essen darf?
Das ist die Entartung des Menschenkerns, der aus dem Tier entstammt. Das ist halt so, wenn es nicht mehr weiter geht. 
Eine Folge des Denkens. Es ist in seinem Hirn so drin. 
Eine kurzfristige Erscheinung, die Menschheit.
Keine wirkliche Tendenz zum Gruppenerhalt, trotz großem Gehirn. 
**
Ich distanziere mich vor dieser "Gesellschaft". 
Halte die Kontakte kurz und breche ab, wenn diese 
Energien zutage kommen. 
Das mache ich. 
Und Schriftform. Da siehst du niemanden. Habe mich darauf verlegt und mache alles gleich rechtsgültig per Fax. 
Gleich einen Riegel vorschieben.
Ich habe bis in diese tiefe emotionale Ebene absolut geregelte Verhältnisse.  Schon vorgesorgt. Kein: Es wird schon, man muss nur beten, Positiv denken, darüber meditieren, etc. 
Ich brauche keine Religion. Das macht man so, seit Jahrhunderten auch bei uns. 
Mein ehemaliger Vermieter sagte einmal, als ich ihn in der Praxis behandelte. (85 Jahre alt, ehemals Chef der Fortbildungsstätte der Telekom  in Dieburg). 
"Herr Huf, ob es einen Gott gibt, weiß ich nicht, aber dass es einen Teufel im Menschen gibt, das habe ich erlebt, das weiß ich". 
Und ein auch über 80-jähriger (Chef bei Fa. Braun) war auch einmal in so einem Zustand und erklärte mir seinen Hass den Abrechnungsbetrug eines Allgemeinarztes in Norddeutschland. 
Ich versuchte ihn zu beruhigen: "Herr V., das betrifft sie doch nicht." 
Er hatte am Tage darauf einen Herzinfarkt und starb. 
Weiß nicht, was er hatte, vielleicht zu viel Erbe. 
Wer tief mit dem Körper von Menschen arbeiten muss, der merkt das. RAC. 
Alles verbal globalisierende weist schon darauf hin. 
Oder wenn jemand etwas "herausplotzt", an das er sich nicht mehr erinnern kann. Das ist echt. 
Kommt aus der Tiefe. 
Affekte auch, strafmindernd.
Das kannst du vergeben, aber nur aus der Entfernung. 


**


Kann mich vor diesen Emotionen anderer schützen. Ich kann das, so habe ich den Lebensabend geplant. 


Gelernt ist gelernt. Aus Erfahrungen und vielem Lernen. Und im Zuhören. Und aus Tipps vieler Menschenführern. 


Mache für mich meine Tür zu und gut ist es.

  
Mein Tipp: 
Der Sache nicht die Stirn bieten, sondern den Rücken und die kalte Schulter zeigen.



27 Februar 2021

Die drei Grundlagen des buddhistischen Pfades - Fred von Allmen

Die drei Grundlagen des buddhistischen Pfades - Fred von Allmen



Homepage von Fred von Allmen



Homepage von Fred von Allmen


Erklärung der allgemeinen Menschenpflichten (Animation)

Fremdartikel  - ein guter Beitrag


von YouTube:


Erklärung der allgemeinen Menschenpflichten (Animation)


Gabriele Bauer


Die Worte, die 1997 für diese Erklärung verwendet wurden, klingen wie eine Liebeserklärung an die Freiheit und Menschlichkeit. Was ist davon heute noch spürbar?
Wer erinnert sich noch an die Pflichten der Menschlichkeit? Die Erklärung der allgemeinen Menschenpflichten wurde von vielen namhaften Staatsmännern und Regierungschefs (darunter auch Helmut Schmidt und Jimmy Carter) unterzeichnet. Energie folgt der Aufmerksamkeit!
Aus diesem Grund ist weiter leiten, teilen, verbreiten und diskutieren sehr erwünscht und selbstverständlich erlaubt. Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit!

Besser und besser! 

www.gabrielebauer.info



Menschenrechte Menschenpflichten Menschenwürde



Teile einer größeren Einheit

 

In letzter Zeit wird in der Öffentlichkeit vermehrt von Pflichten gesprochen, die neben den Rechten gefordert werden müßten. Das ist verständlich. Wenn man das Verhalten der Mitglieder unserer Gesellschaft anschaut, dann scheint zu wenigen bewußt zu sein, daß Rechte selbstverständlich auch Pflichten enthalten, selbst vielen von denen nicht, die Rechte für sich und andere lautstark einfordern. Besonders die Äußerungen mancher Liberalen vermitteln mitunter den Eindruck, daß sie zwar Eigentum unter Inanspruchnahme aller nur möglichen Rechte anhäufen, dessen soziale Verpflichtung aber wenig achten. Dem entsprechend laut sind dann auch die Stimmen, die vor Gefahren möglichen Mißbrauchs warnen, welche mit der konkreten Benennung von Pflichten verbunden sein sollen.

 

Hier erscheint es sinnvoll, einen übergeordneten Begriff in Erinnerung zu bringen, nämlich den der Menschenwürde. Diese enthält ja sowohl die Rechte, als auch die Pflichten des Menschen in einem untrennbaren Zusammenhang, wie bekanntermaßen die Freiheit auch Verantwortung enthält. Ein Mensch, der sich seiner Menschenwürde bewußt ist, der kann sich im Grunde gar nicht anders verhalten, als Rechte den Pflichten so wie Freiheit der Verantwortung stets in einem gegenseitigen, möglichst ausgewogenen Verhältnis gegenüberzustellen. Andernfalls würde er seine Würde aufs Spiel setzen. An diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig übergeordnete ideelle Orientierungen und deren klare Benennung sind, um in untergeordneten konkreteren Bereichen sinnvoll und verantwortlich handeln zu können.

 

 Religiös, freiheitlich oder humanistisch?

 

In diesem Zusammenhang geraten Religion und Weltanschauung automatisch als geistiger Urgrund ethischen Verhaltens in den Mittelpunkt des Interesses. Es fragt sich noch immer - und in Anbetracht zunehmender gesellschaftlicher Dissonanz immer mehr - ob eine Orientierung an religiösen Traditionen, an esoterischen Mysterien und Wunschvorstellungen oder an Freiheit und Menschenrechten optimal ist oder ob heute nicht ein konkreteres, zweckgerichteteres ethisches Bekenntnis sinnvoll und not-wendig wäre. Zum Beispiel ein Bekenntnis zu mehr Menschlichkeit, zum Humanismus, dem Ideal vom verantwortlichen Menschentum als ethische Orientierung.

 

Es fragt sich noch immer und immer mehr, ob es um ein Festhalten an Traditionen und weniger verbindlichen Orientierungen zur persönlichen Befriedigung geht, oder um ein Mitgestalten und Weiterentwickeln der Gesellschaft und nicht zuletzt auch der eigenen Person. Es fragt sich, was von diesen beiden Möglichkeiten der Menschenwürde näher kommt. Religiös sein oder frei und rechtlich denken heißt ja nicht unbedingt schon menschlich handeln. Selbstverständlich muß ein Bekenntnis zum Humanismus nicht auch schon ein Verwirklichen von mehr Menschlichkeit bedeuten, es dürfte aber durch die Konkretisierung des Zieles die Chancen dazu erheblich vergrößern.

 

Kultur des Menschlichen

 

Menschenrechte geraten meist dann in Gefahr, wenn das Gleichgewicht zwischen diesen und den darin enthaltenen Menschenpflichten gestört ist. Ursache für die Störung des Gleichgewichtes ist ein menschlich unreifes oder unwürdiges Verhalten, wie es bei pubertierenden oder ungebildeten Menschen verständlich ist, die mehr an Rechten fordern, als sie an Pflichten bereit sind zu übernehmen. Es gibt mindestens zwei Wege, um das gestörte Gleichgewicht wiederherzustellen. Der eine besteht in dem Erinnern an die Pflichten. Der andere besteht in dem Appell an die übergeordnete ethische Kategorie, z.B. an die Kultur des Menschlichen, an die Menschenwürde. Für manche sind allerdings beide Wege problematisch.

 

Rechte kann ich gegenüber meinen Mitmenschen in Anspruch nehmen, von ihnen fordern und ihnen gewähren. Pflichten kann und muß ich mir und meinen Mitmenschen gegenüber erfüllen - aber auch fordern. Das eine hat mehr mit Anspruch, das andere mehr mit Leistung zu tun. Fast könnte man verkürzend von Theorie und Praxis sprechen. Wer meint, Menschenrechte proklamieren zu sollen, dagegen Menschenpflichten jedoch nicht, der muß selbst wohl gegenüber Pflichten in irgendeiner Weise befangen sein.

 

Das Erinnern an Pflichten ist der eine, der konkrete aber auch mehr symptom-orientierte Weg. An die Menschenwürde zu erinnern mag zwar abstrakter und manchen auch moralisierend erscheinen, er ist aber der ursächlich-orientierterte, nachhaltig wirksamere und letztlich menschenwürdigere Weg.

 

Menschenwürde - global verbindend

 

Die Tatsache, daß einerseits auf Pflichten hingewiesen und andererseits dieses Hinweisen als gefährlicher Zwang empfunden wird, das zeigt einen Bedarf an ethischer Orientierung. Dieser Bedarf an ethischer Orientierung könnte dazu veranlassen, global verbindende, universelle ethische Kategorien wie die Menschenwürde wieder mehr bewußt zu machen und verstärkt zu verinnerlichen, um damit das Ungleichgewicht zwischen Rechten und Pflichten aufzuheben, um die religiös und kulturell separierenden Identifikationshilfen zu überwinden und damit dem einzelnen Menschen mehr innere Stabilität und eigenständige Identität zu ermöglichen.

 
Liberalismus ist die Freiheit, keine Gesinnung zu haben

und zu behaupten, gerade das sei Gesinnung.

Karl Kraus, Schriftsteller (1874-1936)

 
Ein tieferes Nachdenken über die Bedeutung des Begriffs Menschenwürde könnte es einem verantwortungsbewußten Menschen geeignet erscheinen lassen, im Bekenntnis zum Humanismus als ethische Orientierung eine gewisse Pflicht zu erkennen. Ein solches Bekenntnis zum Humanismus käme einer Erklärung der Bereitschaft gleich, sich uneingeschränkt dem Anspruch des Menschseins zu stellen, was wiederum der Entfaltung der Menschenwürde und damit der Ausgewogenheit zwischen Rechten und Pflichten diente.

 Rudolf Kuhr

 

Menschenwürde ist eine geistige Erscheinung menschlicher Identität.

 humanistische These


Ich schlief und träumte, das Leben wäre Freude.

Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht.

Ich handelte und siehe, die Pflicht war Freude.

Rabindranath Tagore, Philosoph (1861-1941)

Die Ego-Polizei: ZEIT-Debatte über "Menschenpflichten"


 
ZEIT-Debatte über "Menschenpflichten" 

DIE ZEIT Nr. 44 vom 24.10.97
 
 
Von Susanne Gaschke 
 
Das Wort Pflicht muß einen eingebauten Erregungsmechanismus besitzen. Offensichtlich verbinden fortschrittlich gesonnene "Kinder der Freiheit" (Ulrich Beck) damit in unangenehmer Weise "Sekundärtugenden": Pünktlichkeit und Ordnung, Fleiß, Disziplin und Kaugummiverbot, das ganze unterdrückerische Waffenarsenal des Spießbürgers. Anders sind die heftigen Reaktionen auf die "Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten" (ZEIT Nr. 41/97), die Helmut Schmidt gemeinsam mit anderen ehemaligen Staats- und Regierungschefs formuliert hat, nicht zu verstehen.
 
Constanze Stelzenmüller befürchtet, der Pflichtenkatalog könne zum Einfallstor für alle "autoritären Regime werden, die Menschenrechte relativieren" wollten (Nr. 42). Und Thomas Kleine-Brockhoff findet gar, das Manifest hätte besser überhaupt nicht verfaßt werden sollen - "auch lautere Absichten", schreibt er, "können schlimme Folgen zeitigen" (Nr.43). Zu denen gehört anscheinend eine "alarmistische Gesellschaftsanalyse".
 
Spricht hier die Ego-Polizei der Individualisierungsgewinner?
 Die Ego-Polizei: ZEIT-Debatte über "Menschenpflichten"
Muß, wer ihren ein wenig gnadenlosen Optimismus nicht teilt, mit der Verurteilung zum Reaktionär rechnen? Die Schattenseiten der Individualisierung sind nur mit einer gewissen Hartnäckigkeit zu übersehen: Vermutlich stört die Verwahrlosung der öffentlichen Räume die Jungen und Starken weniger als die Alten und Schwachen; wer keine Kinder hat, muß sich nicht allzusehr um Jugendgewalt und steigenden Drogenkonsum sorgen; wer Techno für eine politische Bewegung hält, braucht sich um die Demokratie keine Gedanken zu machen.
 
Alle anderen aber dürfen ein wenig erschrocken vor den gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen dreißig Jahre stehen und sich fragen, ob sie genau so eigentlich leben wollten. Der Pflichtenkatalog leistet hier einen wertvollen Dienst: Er thematisiert die Frage, ob in der gegenwärtigen Situation ein größeres Maß an individueller Freiheit geeignet ist, unser Zusammenleben zu verbessern. Einiges spricht dagegen. In der modernen, unwiderruflich globalen Gesellschaft sind die Menschen wie nie zuvor aufeinander angewiesen, und sie müssen mehr und mehr Rücksicht aufeinander nehmen, wenn dieser Zustand erträglich bleiben soll. Daß ihnen dies auch nur einigermaßen gelingt, ist, wie es der Soziologe Norbert Elias beschrieb, das Ergebnis eines langen Distanzierungsprozesses: das Individuum findet Abstand, zu sich selbst und zur Gesellschaft. Auf einer hinlänglich lebenswerten Zivilisationsstufe hat der einzelne Mensch das, was ihm früher als Fremdzwang auferlegt und mühsam gegen ihn durchgesetzt werden mußte - etwa der Verzicht auf das
 
Recht des Stärkeren -, als Selbstzwang verinnerlicht. Dieser Selbstzwang enthält, bis hin zu bestimmten, wandelbaren Formen der Höflichkeit, alle Zurückhaltung, die das gemeinschaftliche Leben von Menschen erst ermöglicht. Doch das zivilisatorische Niveau ist bedauerlicherweise nicht so sicher wie ein Festgeldkonto; für Rückfälle in die Barbarei bietet unser Jahrhundert genügend Beispiele. Es ist also keineswegs alarmistisch, wenn Pädagogik, Publizistik und Politik einer kritischen Bestandsaufnahme unterzogen werden: Drei Jahrzehnte lang haben sie sich überwiegend auf die Vermehrung der individuellen Rechte und deren Durchsetzung konzentriert. Ob eine Fortsetzung dieses Trends dabei hilft, in Zeiten der Krise ein möglichst selbstbestimmtes, konfliktfreies und sinnerfülltes Leben der Menschen zu gewährleisten, ist fraglich.
 
Wo es viel Platz gibt, viel Geld und viele Chancen, da mag es zur Sicherung eines funktionierenden Gemeinwesens genügen, die Rechte des anderen zu achten und Mord und Totschlag zu verhindern. In einer solchen Situation reicht möglicherweise auch ein Nachtwächterstaat hin, der seinen Bürgern die Freiheit garantiert, je nach ihren Möglichkeiten auf die Bahamas zu fliegen oder nicht; und die "Freiheit zur Dummheit, zur Irrationalität, zum Irrtum, sogar zum Desinteresse an gemeinschaftlichen Werten", die der von Thomas Kleine-Brockhoff bevorzugte Freiheitsbegriff einschließt, schadet nicht weiter.
 
Doch in Zeiten des Mangels - sei es an Arbeitsplätzen, an natürlichen Ressourcen oder konsensfähiger Moral - sieht es anders aus: Kann der Staat dann nicht mehr vom einzelnen erwarten als die Unterlassung von Rechtsverletzungen? Die Pflichten. die die Exstaatschefs zur Diskussion stellen, gehen jedenfalls darüber hinaus: Sie verlangen den Menschen eine Anstrengung ab, sei das praktizierte Solidarität, Wahrhaftigkeit oder Selbstverbesserung.
 
Nun läßt sich ein unerfreulicher Aspekt des Unternehmens nicht leugnen: Pflichten haben stets etwas mit Triebverzicht zu tun, mit Bedürfnisaufschub, mit Freiheitsbeschränkung - wer nachts um vier einen schreienden Säugling füttert oder zu Hause seine neunzigjährige Mutter pflegt, weiß, daß dies mit der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit relativ wenig zu tun hat. Dennoch ist es nötig.
 
Selbstverständlich wäre es vorzuziehen,wenn die Bürger die sinnvollen, gemeinschaftsorientierten Pflichten freiwillig übernähmen, aus Einsicht in die Notwendigkeit. Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so. Das liegt auch an der materiellen Not mancher Menschen, an den widrigen Umständen; aber ebenso hat es Ursachen in einer Erziehung, die lange Jahre darauf fixiert war, den einzelnen "dysfunktional zum gesellschaftlichen System zu stellen" (Herbert Marcuse), und die in ihrer vulgarisierten Form zu einem hilflosen Gewährenlassen verkommen ist. Ob diese Form der Nichteinmischung die Menschen glücklicher macht, ist angesichts zerbrechender Ehen und einer immer hektischeren Sinnsuche im esoterischen Supermarkt fraglich; daß sie das Gemeinwesen gefährdet, ist immerhin nicht auszuschließen. Sollen sich beispielsweise die Bürger weiterhin höhnisch oder gelangweilt von den demokratischen Institutionen abwenden, bis die Demokratie mangels Masse ihre Legitimation verliert? Alles spricht für einen gewissen argumentativen Druck auf den einzelnen, sich gefälligst für politische Belange zu interessieren.
 
Als nichts anderes begreife ich das Pflichten-Manifest: Es eröffnet die Möglichkeit zu einer - demokratischen Selbstverständigung darüber, was richtig und falsch, was erlaubt und verboten, ja so gar, was gut und was böse ist. Die Verantwortung sich überhaupt für diese wesentlichen Fragen zu interessieren gibt das Manifest an den einzelnen zurück. Damit ist es nicht paternalistisch sondern -was denn sonst?- politisch.
 
 
Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht.

Ewald Balser

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