Bin bei meinem Hausarzt "akupunktiert" worden
Kam rein, stach zwei Nadeln ins Ohr und zwei in den Oberarm. Wegen Schulterschmerzen.
Ohne Ertasten der Punkte oder Suche.
1 Minute Arbeit, dann raus. 46 Euro Privatrechnung pro Sitzung. 10 mal.
Schmerzakupunktur, ich dachte immer, jetzt kommen die übergeordneten, dann die Meisterpunkte und dann die Fernpunkte dran.
Die ersten 3 Mal hat er vielleicht noch getastet, dann hat er es gelassen. Und einfach reingestochen.
Habe bei einer Rezension auf Google das als suspekt bezeichnet, vorsichtig ausgedrückt.
Das wollte er dann auch noch über 10 Sitzungen hinaus weitet betreiben.
Das war alles suggestiv. Mein Nachbehandler, ein Schmerzarzt bezeichnete es als Betrug.
Ich habe mein A-Diplom in Ohr- und Körperakupunktur 1992 gemacht, der DAA e.V in München.
Er hat es in der anderen Ärzteakademie gemacht. Hängt im Wartezimmer, ich dachte, vielleicht machen die das einfach anders.
Mein Schmerzarzt: Nein.
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Hier der Brief erst einmal an die Ausbildungsakademie des "Hausarztes"
Sendebericht liegt vor
***
26.12.2020
An die
DÄGfA - Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V. Gegründet 1951
Würmtalstraße 54
81375 München
Telefon: (089) 7 10 05-11
Fax: (089) 7 10 05-25
E-Mail: fz@daegfa.de
per Faxzusendung über SimpleFax – keine Faxantwort möglich
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich bin seit 1984 Zahnarzt, und habe 1992 mein A-Diplom im Körper und Ohrakupunktur in der damaligen Deutschen Gesellschaft für Aurikulomedizin und Akupunktur e.V. , damals geleitet von Herrn Dr. Bahr , in München gemacht.
Heute DAA e.V.
Ich bin schon in Rente und betreibe meine Praxis nicht mehr.
Ich habe die Ohrakupunktur nach Dr. Nogier gelernt.
In der Körperakupunktur habe ich die Punkte palpiert , bis ich das Qui-Gefühl hatte, anhand der anatomischen Lage gefunden oder sie mit einem Punktsuchgerät verifiziert.
In der Ohrakupunktur , das war damals so, habe ich das mit dem RAC verifiziert oder mit einem Punktsuchgerät. Anatomische Lage war zu ungenau und palpieren kann man da nichts.
Ich hatte mir an der Anfang der 90er Jahre ein sehr großes Werk von Frau Professorin König- Wancura gekauft, und da waren auch chinesische Ohr-Karten veröffentlicht.
Die Lage war vollkommen anders und ich habe es nicht überein bringen können und habe die chinesische Lage nicht mehr weiter verfolgt.
Nach Dr. Nogier treten die Punkte am Ohr nur auf, wenn an dem betreffenden Organ eine Fehlfunktion vorhanden ist. Sie lassen sich mit einem Punktsuchgerät gut finden.
Ich habe eine Frage:
Wie finden sie und wie lehren sie das Finden der Punkte am Ohr und am Körper?
Ich bin bei einem chinesischen Akupunktur im Moment im Behandlung und er palpiert ebenfalls die Organ-Punkte und geht nach ihrer Schmerzaktivität und seinem Qui-Gefühl. So findet er am Körper auch die Punkte.
Kann man aus einem reinen Bauchgefühl heraus seine Nadeln einfach irgendwohin stecken?
Gerade am Ohr halte ich das für nicht möglich, weder nach den französischen noch den chinesischen Karten.
Lehren Sie da so in Ihrer Akademie?
Oder muss man die Punkte in der Körper- und der Ohrakupunktur auch irgendwie verifizieren in Ihrer Akademie und ihrer Ausbildung?
Nach meiner Ausbildung kann man die Ohr- und die Körperakupunktur nicht in einer Sitzung zusammen betreiben.
Lehren Sie die Kombination von Ohr- und Körperpunkten in einer Sitzung?
Mein chinesischer Akupunktuarzt im Schmerzzentrum Frankfurt hat das verneint und macht sowieso keine Ohrakupunktur, er sagt aber, seine Akupunktur aus China würde sich von der hier gelehrten Akupunktur unterscheiden.
Mit meiner Ausbildung geht das aber vollkommen kongruent. So habe ich die Körperakupunktur auch gelernt.
Ich erwarte Ihre freundliche Rückantwort bis zum 10.1.2021.
Mit freundlichen Grüßen
1 Kommentar:
Ich habe Antwort auf meinen Brief an die Ärzteakademie für Akupunktur bekommen (per Mail über meine Homepage)
Dachte ich mir doch, dass das nicht den Lehren entsprach.
Name: Dr.med .dent H. J. W. (Name abgekürzt)
E-Mail: H.J.W.@gmx.de
Deine Nachricht für mich:
Sehr geehrter Herr Kollege Huf,
Zunächst einmal ein Gutes Neues Jahr.
Sie hatten eine Anfrage an die DÄGFA gestellt bezüglich Auffindung und Lokalisation von Körper- und Ohrakupunkturpunkten.
Ein " Qui - Gefühl" gibt es bei der Auffindung von Punkten für den Behandler nicht! Dies hat nur der Patient bei richtiger Nadelung!!
(Schwere , Wärme usw.) -
Man muss grundsätzlich unterscheiden zwischen Mikrosystemen ( Ohr, Yamamoto- Schädelakupunktur, Siener , Mundakupunktur
nach Gleditsch usw.) und Körperakupunktur in der Palpation.
Die Körperakupunkturpunkte sind anatomisch und durch Cun- Maße international eindeutig definiert. Und werden palpatorisch verifizierbar mechanisch mit einen palpatorischen Finger lokalisiert. Dies kann u.a. durch Druckdolenz oder "unterschiedliche Bindegewebigkeit " reproduzierbar erfolgen
Dies muß man lernen und wird in den Kursen vermittelt. Nadelung aus dem "Bauchgefühl" irgendwohin hat mit Akupunktur nichts zu tun!
Sie kennen dies vielleicht aus der Implantologie, wo man spätestens bei den Vorbohrungen merkt mit welcher Knochenqualität man es zu tun hat. Ähnlich wie bei z.B. ITI Protokollen gehen wir auch in der Akupunktur systematisch vor!
Am Ohr ist die Palpation grundsätzlich anders, Hier kann man Punkte auf Grund der individuellen anatomischen Vielfalt nur in Relation setzen.
Es gibt aber Orientierungs -und Fixpunkte und man muß bei jedem Patienten die entsprechenden Reflexzonen individuell suchen.
Bei der Ohrakupunktur handelt es sich um eine Reflextherapie. Es gibt nur reagible Punkte , wenn eine energetische Störung vorliegt!
Sie haben grundsätzlich vier Möglichkeiten am Ohr Punkte verifizierbar zu tasten.
1.) mechanisch, 2.) elektrisch 3.) very Point 4.) RAC (VAS)
Dies hängt von Ihren Fähigkeiten ab.-
Mikrosysteme (u.a. Ohrakupunktur) können immer mit Körperakupunktur kombiniert werden. Sie gelten dann als Fernpunkte.
Dies wird auch weltweit gemacht. Natürlich nicht von jedem Behandler.
Hier gilt, wie in der Zahnheilkunde auch, der Grundsatz : You can only find ,what you know !!
Mit freundlichen Grüßen
W.
12 Januar, 2021 20:34
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